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Scrum löst keine Probleme!

Transkript

(Hinweis: Kann unbeabsichtigt konfuse, ungenau und/oder lustige Transkriptionsfehler enthalten)

In meinem Alltag als Coach werde ich oft gefragt: „Na, wie löst Scrum denn dieses Problem?“

Und da schwingt immer so ein bisschen mit, dass die Leute sehen wollen: „Okay, jetzt zeigen Sie mal, was Sie können, zeigen Sie mal, was das System kann.“

Und meine Antwort ist dann doch, glaube ich, relativ verblüffend, weil ich Ihnen Folgendes sage: Ich sage, Scrum löst keine Probleme. Scrum zeigt sie uns nur auf.

Und das ist ein bisschen unbequem in dem Moment, denn die Leute sind es gewöhnt, dass jemand kommt und sagt: „Ja, unser System löst Ihre Probleme, löst dies, löst das.“

Und Scrum macht das gar nicht. Scrum zieht sich da erstmal ein Stück zurück und sagt: „Naja, der Kontext ist ja sehr vielfältig.“

Eine Organisation, eine kleine Organisation in Deutschland, ist was ganz anderes als ein riesen Konzern in Japan.

Und deswegen können wir gar nicht die Antworten geben.

Was wir aber geben können, ist die Möglichkeit, selber zu Lösungen zu kommen.

Und das bedeutet Folgendes: Scrum ist nicht dafür designt, Probleme zu lösen. Lassen Sie das mal setzen, weil das wirklich eine Überraschung für viele Leute ist.

Es ist nicht dafür da, Probleme zu lösen, sondern es ist dafür da, Probleme aufzuzeigen, sie sichtbar zu machen.

Und das macht Scrum durch eine schonungslose Transparenz. Transparenz ist eine der Kernbestandteile von Agilität generell, aber insbesondere von Scrum.

Und wir brauchen diese Transparenz, um dann zu inspizieren und uns zu adaptieren – Inspect and Adapt auf Englisch.

Das heißt, wir gucken uns die Sachen dann genau an. Jetzt haben wir die Transparenz, jetzt sehen wir endlich, was los ist, und können uns dann anpassen.

Und das bedeutet, Scrum ist eigentlich so ein bisschen was wie ein schonungslos ehrlicher, offener Spiegel, der uns wiedergibt, wie wir tatsächlich sind.

Er ist der Spiegel, der mir sagt: „Du bist aber dick, du bist aber faul.“

Und das ist nicht schön, ist ja klar.

Deswegen ist es super, super hilfreich, aber es fühlt sich nicht immer gut an, weil wir einfach schonungslos gespiegelt bekommen, wie es mit unserer Organisation zur Tages steht.

Und hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen: von Leuten, die nur Pseudoscrum machen, die zwar ein paar Termine machen und dann sagen: „Ja, wir machen Scrum, eigentlich haben wir gar keine Verbesserung festgestellt, scheint irgendwie nicht ganz richtig zu funktionieren“, und denen, die mit Scrum richtig aufblühen, weil die die Chance nehmen, das ehrliche Feedback zu bekommen und zu sagen: „Ja, es fühlt sich nicht gut an, aber der ist fast dran. Lasst uns gucken, wie wir das verändern können.“

Das ist wirklich die riesen Chance.

Deswegen fragen Sie nicht danach, wie Scrum das Problem löst, sondern fragen Sie danach, was Ihnen transparent macht, damit Sie das Problem selber lösen können.

Solche und ähnliche Themen unterrichte ich regelmäßig in Seminaren zu Scrum, Scrum@Scale, Business Agilität und so weiter.

Falls Sie Interesse haben, finden Sie mehr Informationen dazu auf Team Flow.

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