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Minimal mögliche Bürokratie in Scrum@Scale
Transkript
(Hinweis: Kann unbeabsichtigt konfuse, ungenau und/oder lustige Transkriptionsfehler enthalten)
Die Minimal mögliche Bürokratie (MMB) ist ein sehr interessantes Konzept in Scrum@Scale.
Es vergeht eigentlich kein Tag, ohne dass sich nicht jemand über Bürokratie beschwert.
Und ich bin mir sicher, dass Sie auch in Ihrem privaten Leben, in Ihrer Organisation dieses Empfinden haben und genau an etwas gerade gedacht haben, wozu viel Bürokratie herrscht.
Umgekehrt ist es jedoch auch so, dass wenn zu wenig Bürokratie vorherrscht, auch die Beschwerden groß werden.
Und dann wird gesagt: „Naja, warum gibt’s hier keine richtigen Prozesse? Warum gibt’s hier keine Freigaben? Warum wurde das nicht abgenommen?“ und so weiter.
Das heißt, Bürokratie wird oft verteufelt, ist aber tatsächlich eine der größten Erfindungen der Menschheit.
Das Wichtige ist nur, dass sie richtig eingestellt ist.
Wenn wir zu wenig Bürokratie haben, haben wir Probleme.
Wenn wir zu viel Bürokratie haben, haben wir Probleme.
Und Oscar Wilde hat einmal gesagt, dass die expandierende Bürokratie die Bedürfnisse der expandierenden Bürokratie stillt.
Das bedeutet, die Bürokratie wird größer und verstärkt sich immer mehr, frisst immer mehr Ressourcen, zieht immer weitere Bürokratie nach sich.
Und das ist etwas, was wir, glaube ich, alle nachvollziehen können.
Das heißt, Bürokratie darf nicht zu wenig, nicht zu viel sein und man muss immer aufpassen, dass sie nicht Überhand gewinnt.
Und deswegen gibt es eben dieses Konzept der MMB – der minimal möglichen Bürokratie – in Scrum@Scale, wo man von Anfang an sagt:
„Okay, wir möchten Bürokratie haben. Bürokratie ist was Gutes. Aber die minimal mögliche, damit alles richtig funktioniert.“
Wir wollen verhindern, dass sie wächst und Überhand gewinnt.
Und jetzt ist es erstmal nur ein abstraktes Konzept.
Das ist aber dennoch sehr hilfreich, damit zu arbeiten in der Praxis.
Denn was ich ganz gerne damit mache, ist: Ich stelle dieses Konzept relativ frühzeitig vor.
Wenn ich es frühzeitig vorstelle und wir diese abstrakte Diskussion haben, ganz ähnlich wie Sie jetzt gerade hatten, dann werden die meisten Leute nicken und sagen:
„Ja, das stimmt. Bürokratie ist gut, darf nicht zu viel sein und expandiert,“ und so – alles okay.
Und in dem Moment ist es für die Leute relativ einfach, das zu akzeptieren.
Und damit hat man schon mal gesagt, dass eine ausschweifende Bürokratie nichts Gutes ist.
Dann zeige ich das auch mal gerne wieder – am Anfang von PowerPoint-Präsentationen, ich drucke das aus, hänge das irgendwohin, sodass die Leute das im Kopf behalten.
Und dann, wenn Sie gerade in der agilen Transformation zum Beispiel sind, wird ein Moment kommen, wo jemand den Wunsch verspürt, ein zusätzliches Meeting einzuführen, einen zusätzlichen Prozess einzuführen, zusätzliche Reviews einzuführen.
Und das ist dann genau der Moment, wo Sie sehr wachsam sein sollten und direkt nachfragen sollten:
„Naja, wir versuchen doch, eine minimal mögliche Bürokratie aufrechtzuerhalten. Müssen wir das jetzt wirklich machen?
Brauchen wir dieses zusätzliche Meeting eigentlich wirklich?
Oder könnten wir das anders lösen?
Oder könnten wir vielleicht sogar drauf verzichten, weil wir eben versuchen möchten, so wenig Overhead – also so wenig Bürokratie wie möglich – zu haben?“
Deswegen: sehr abstrakt, aber sehr hilfreich.
Ich kann es nur empfehlen, das mal auszuprobieren.
Vielleicht wäre der erste Schritt, einmal drauf zu achten, wie das in Ihrem Umfeld ist.
Wird immer mehr Bürokratie hinzugefügt?
Und wäre es eigentlich auch im Sinne der minimal möglichen Bürokratie möglich, extra Schritte, extra Prozessschritte, extra Meetings nicht einzuführen und das Ganze vielleicht anders zu lösen?
Wenn Sie mehr über die minimal mögliche Bürokratie oder andere Scale-Konzepte wissen möchten:
Ich unterrichte regelmäßige Seminare zu diesen Themen.
Mehr dazu finden Sie unter Team Flow.