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Ist Scrum tot?
Transkript
(Hinweis: Kann unbeabsichtigt konfuse, ungenau und/oder lustige Transkriptionsfehler enthalten)
Alle paar Wochen wird die gleiche unsinnige Diskussion auf Social Media geführt.
Da wird dann gesagt: „Scrum ist tot“ oder „Agile ist tot.“
Und ich würde gerne kurz etwas dazu sagen, weil es mir wirklich auf die Nerven geht und ich finde, wir haben echt Produktiveres zu tun.
Also, ist Scrum tot?
Meiner Meinung nach kommt das drauf an, worüber wir reden.
Wenn wir über die Elite der agilen Firmen reden, wie zum Beispiel Tesla, wie zum Beispiel Spotify, wie zum Beispiel ein SpaceX, dann würde ich sagen, wäre es durchaus nicht unfair, das zu sagen.
Und zwar in dem Sinne, dass die einfach das Thema Scrum so beherrschen und das so zur zweiten Natur geworden ist, dass es für die einfach nicht mehr wichtig ist.
Das ist so wie das Schnürsenkel binden.
Irgendwann, als ich klein war, war das ein riesen Thema.
Ich brauchte Training, ich brauchte Begleitung, es wurde ganz viel darüber erzählt, und das war ein Thema.
Und irgendwann hat das funktioniert, und jetzt ist es kein Thema mehr, jetzt denke ich nicht mehr darüber nach.
Und ich glaube, dass diese Firmen genau in diesem Punkt sind.
Ich würde sogar behaupten, dass sie es tatsächlich noch weiter pushen, dass sie über das normale Scrum hinausgehen.
Also die Sachen, die man von Tesla hört, sind schon nicht mehr normales Scrum, sondern es ist schon der nächste Level.
Aber ich finde es durchaus fair zu sagen, wenn jetzt jemand von Tesla sagt: „Naja, für uns ist es ein bisschen tot, wir haben das alles, wir machen das alles so,“ wie ich mit meinen Schnürsenkeln binde, dann ist das völlig fair.
Wenn man aber die anderen 99,9 % der Firmen anguckt, da muss ich sagen, es stößt mir doch ein bisschen übel auf, wenn ich von Firmen, die schlechte Produkte entwickeln, die unzufriedene Mitarbeiter haben, deren Time-to-Market – also die Entwicklung neuer Produkte – Ewigkeiten dauert und die immer weiter zurückrutschen im internationalen Vergleich, höre, dass die dann sagen: Scrum ist tot.
Das ist für mich so ein bisschen so, als wäre ein sehr stark übergewichtiger, ein krankhaft übergewichtiger Mensch, der sagen würde: „Ernährung ist nicht wichtig, Ernährung ist tot“ oder „Sport ist tot.“
Ja, ist es nicht.
Du kannst es natürlich behaupten, aber tatsächlich sagt eigentlich das, wogegen du protestierst und dass du dir die Zeit nimmst, über diese Themen so zu reden, anstatt einfach mal ins Sportstudio zu gehen, anstatt deine Diät umzustellen oder anstatt Scrum zu machen, schon aus, dass du das nicht verstanden hast.
Und deswegen, bitte, bitte, sei nicht der Typ, der herumgeht und sagt, Scrum ist tot.
Natürlich wird Scrum irgendwann tot sein, wie alle Ideen irgendwann tot sind, aber Scrum entwickelt sich immer weiter.
Und die Realität ist, die meisten Firmen brauchen es.
Die meisten Firmen brauchen diese Weiterentwicklung, damit sie überhaupt noch wettbewerbsfähig sind.
Und dann darüber zu reden, dass das nicht mehr notwendig ist, wenn ich selber ganz hinten dran bin und immer weiter zurückfalle, ist einfach kompletter Unsinn.
Deswegen, Leute, verschwendet eure Energie nicht darauf, über Scrum zu reden, sondern verwendet eure Energie darauf, besser zu werden.
Und ob ihr das über Scrum macht oder irgendwas anderes, ist ja völlig egal.
Aber wenn ihr die Zeit habt, darüber zu klagen und darüber zu philosophieren, dann habt ihr auch Zeit, an euch und eurer Organisation zu arbeiten.